Ubisoft hat einschneidende Veränderungen für die Beschäftigten zweier seiner Studios angekündigt. In Finnland wurde vorgeschlagen, den Entwickler der „Trials“-Reihe, RedLynx, zu schließen, während bei Ubisoft Singapore 70 Stellen gestrichen werden. Das Team in Singapur arbeitete an „Assassin’s Creed: Black Flag Resynced“.
Die beiden Maßnahmen befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Die vorgeschlagene Schließung von RedLynx hängt noch vom in Finnland vorgeschriebenen Konsultationsverfahren ab und könnte bis zu 52 Stellen betreffen. Eine Schließung von Ubisoft Singapore wurde nicht angekündigt – das Unternehmen erklärt, dass das Studio weiterhin ein wichtiger Teil seiner globalen Produktionsorganisation sei.
Gründe für die geplante Schließung von RedLynx bleiben ungenannt
Ubisoft hat nicht näher erläutert, warum ausgerechnet die Schließung des finnischen Studios vorgeschlagen wurde. Offiziell heißt es lediglich, dass das lokale Verfahren bis zu 52 Stellen betreffen könnte. Das Unternehmen erklärte, es schätze die Beiträge beider Teams, sei sich der Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die Beschäftigten bewusst und werde die Teams während des gesamten Prozesses unterstützen.
Das letzte große eigenständige Spiel von RedLynx war das 2019 veröffentlichte „Trials Rising“. Eurogamer vermutet, dass das Studio danach möglicherweise häufiger als Support-Team an anderen Projekten mitgewirkt hat. Ubisoft hat dies jedoch weder bestätigt noch einen Zusammenhang mit dem aktuellen Vorschlag hergestellt. Daher ist nicht bekannt, welche konkrete Rolle RedLynx in den vergangenen Jahren spielte und inwiefern diese die Entscheidung des Unternehmens beeinflusst hat.
Das Team in Singapur wird an künftige Produktionsanforderungen angepasst
Im Fall von Ubisoft Singapore lieferte das Unternehmen eine konkretere Erklärung: Der Abbau von 70 Stellen erfolge, um die Größe des Studios an die künftigen Produktionsanforderungen anzupassen. Welche Projekte oder Veränderungen beim Arbeitsumfang erwartet werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Das Studio in Singapur wird mit „Assassin’s Creed: Black Flag Resynced“ in Verbindung gebracht. Den vorliegenden Angaben zufolge wurden in den ersten beiden Wochen mehr als 3,5 Millionen Exemplare des Spiels verkauft. Außerdem gibt es Berichte über eine mögliche Version für Switch 2, diese Information ist jedoch nicht offiziell bestätigt. Eurogamer bewertete das Spiel in seinem Test mit drei von fünf Sternen.
Die Veränderungen fallen mit einem größeren Umbau bei Ubisoft zusammen
Die Entscheidungen zu den Teams in Finnland und Singapur wurden vor dem Hintergrund einer umfassenden geschäftlichen Neuorganisation des Unternehmens bekannt gegeben. Einige der wichtigsten Ubisoft-Franchises werden der neuen Tochtergesellschaft Vantage unterstellt. Gleichzeitig wird die Marke Ubisoft Massive ausgeweitet, sodass sie mehr Marken des Unternehmens umfasst.
Ubisoft hat allerdings nicht detailliert erläutert, wie dieser umfassendere Umbau konkret mit der vorgeschlagenen Schließung von RedLynx oder dem Abbau von 70 Stellen in Singapur zusammenhängt. In den offiziellen Stellungnahmen werden diese Entscheidungen getrennt voneinander dargestellt: Im Fall Finnlands liegt der Schwerpunkt auf dem lokalen Konsultationsverfahren, in Singapur hingegen auf den künftigen Produktionsanforderungen.
RedLynx wurde durch die „Trials“-Reihe bekannt
Ubisoft übernahm RedLynx im Jahr 2011, nachdem das Studio mit „Trials HD“ bereits große Aufmerksamkeit erregt hatte. Dabei handelte es sich um ein Motorrad-Plattformspiel mit ausgeprägten Rätselelementen. Später blieb der Name des Studios eng mit der gesamten „Trials“-Reihe verbunden, darunter „Trials Evolution“, dessen Rätsel 2012 begann, und das 2019 veröffentlichte „Trials Rising“.
Die früheren Studioleiter Tero Virtala und Antti Ilvessuo arbeiten nicht mehr bei RedLynx. Virtala übernahm später die Leitung von Remedy Entertainment, gab diese Position jedoch vor Kurzem auf. „Trials“-Schöpfer Ilvessuo gründete das neue Studio Channel 37.
Antti Ilvessuo arbeitet weiter an „The Last Caretaker“
Channel 37 entwickelt „The Last Caretaker“ – ein Survival-Spiel, das in einer Wasserwelt angesiedelt ist und bei dem das Herstellen von Gegenständen eine wichtige Rolle spielt. Das Projekt ist über das Early-Access-Programm von Steam erhältlich. Die vollständige Version 1.0 soll im Frühjahr 2027 für PC und Xbox erscheinen.
Als Reaktion auf die Nachricht über RedLynx erklärte Ilvessuo, er sei stolz auf das, was das Team geschaffen habe, obwohl seine eigene Zeit beim Studio bereits vor vielen Jahren endete. Zugleich erinnerte der Entwickler an das ungewöhnliche Rätsel aus „Trials Evolution“, das 2012 begann. Dessen letztes Kapitel ist erst für das Jahr 2113 vorgesehen.
Ilvessuo sagte, er wisse nicht, wer die mit diesem Rätsel verbundene Kiste in Zukunft öffnen werde. Bis dahin müsse jedoch jemand den dazugehörigen Schlüssel aufbewahren. In seinem Kommentar betonte er den Anspruch, etwas zu schaffen, das selbst in einer stark veränderten Welt der Zukunft weder seine Bedeutung noch seine Geschichte oder sein Gewicht verliert.
