Neue God-of-War-Franchise in Entwicklung: Was das für die Zukunft von Sony Santa Monica bedeuten könnte – Illustration
Neue God-of-War-Franchise in Entwicklung: Was das für die Zukunft von Sony Santa Monica bedeuten könnte – Illustration
Quelle: eurogamer.net

Die Nachricht, dass eine neue God-of-War-Franchise entwickelt wird, die im „God of War“-Universum angesiedelt ist, klingt für Fans nach einer bedeutenden Wendung: Sie deutet nicht nur auf eine weitere nummerierte Fortsetzung hin, sondern auch auf ein umfassenderes Projekt, das möglicherweise ein anderes Format erhält. Eine solche Formulierung bedeutet üblicherweise, dass die Entwickler das Universum so erweitern möchten, dass es parallel zur Hauptreihe bestehen kann – mit einer neuen Figur, einem neuen Genre-Schwerpunkt oder sogar einem eigenständigen Erzählton.

Diesmal geht es um Informationen, die ein ehemaliges hochrangiges Mitglied des Kreativteams, das an Projekten von „Sony Santa Monica“ beteiligt war, öffentlich erwähnt hat. Obwohl die Details bislang begrenzt sind, wirft allein die Idee einer „neuen Franchise“ innerhalb der Welt von „God of War“ eine wichtige Frage auf: Bereitet das Studio eine eigenständige Reihe vor, die über mehrere Jahre wachsen und nicht nur bestehende, sondern auch neue Spieler ansprechen könnte?

Solche Nachrichten sind stets mit Vorsicht zu genießen: Solange es keine offizielle Ankündigung, keinen Titel, keine bestätigten Plattformen und keinen Veröffentlichungstermin gibt, sollte man den bestätigten Kern klar von Interpretationen trennen. Dennoch lässt allein die Tatsache, dass intern ausdrücklich von einer „Franchise“ gesprochen wird, vernünftige Rückschlüsse auf den Umfang, die kreative Richtung und darauf zu, wie „Sony“ die Zukunft einer seiner stärksten Marken planen könnte.

Nachfolgend findet ihr einen konzentrierten, aber ausführlichen Überblick darüber, was derzeit bekannt ist, wie sich ein solches Projekt von einer „God of War“-Fortsetzung unterscheiden könnte und welche Szenarien angesichts der Geschichte des Studios sowie der Branchentrends am realistischsten erscheinen.

Was genau über das Projekt bekannt ist

Das derzeit wichtigste Detail ist die Formulierung selbst: Es ist von einer „neuen Franchise“ im „God of War“-Universum die Rede und nicht von einem „neuen God of War-Spiel“ im traditionellen Sinne. Das ist ein subtiler, aber bedeutender Unterschied. In der Praxis könnte dies eine neue Reihe mit einem eigenständigen Namen, einer eigenen Identität – beispielsweise einem anderen Logo, Ton oder thematischen Motiven – und dem Potenzial für mehr als eine Veröffentlichung in der Zukunft bedeuten.

Ein solcher Schritt wird häufig gewählt, wenn die Entwickler das Gewicht und Prestige der Hauptreihe bewahren, gleichzeitig aber Raum für Experimente schaffen möchten: für ein anderes Spieltempo, eine andere Kamera, ein neues Kampfsystem oder sogar einen anderen erzählerischen Maßstab. „God of War“ hat sein Gesicht bereits verändert – vom griechischen Epos bis zur nordischen Saga. Eine „neue Franchise“ könnte jedoch eine noch mutigere Abgrenzung bedeuten, damit die Spieler spüren, dass es sich nicht um „Ragnarök 2“, sondern um einen neuen Weg innerhalb eines Ablegers handelt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Quelle ist eine Person aus der kreativen Führungsebene. Das bedeutet üblicherweise, dass es nicht nur um eine frühe Idee „auf einer Serviette“ geht, sondern um eine Richtung, die zumindest eine gewisse Zeit lang im Studio ausgearbeitet wurde. Dennoch handelt es sich noch nicht um eine offizielle Mitteilung von „Sony“, weshalb man vernünftigerweise davon ausgehen sollte, dass sich Teile der Pläne geändert haben könnten. In großen Studios werden Projekte in mehreren Phasen entwickelt, und ihr Umfang, das Team oder sogar ihr Name können bis zur öffentlichen Präsentation angepasst werden.

Warum eine neue God-of-War-Franchise entwickelt wird und wie sie sich von einer direkten Fortsetzung unterscheidet

Wenn wir sagen, dass eine neue God-of-War-Franchise entwickelt wird, sollte der Unterschied zwischen einer „Fortsetzung“ und einer „Franchise“ direkt erläutert werden. Eine Fortsetzung führt üblicherweise dieselbe Handlungslinie weiter: dieselben Hauptfiguren, eine ähnliche Spielstruktur sowie eine klare Nummerierung oder eine einheitliche Namensgebung. Eine Franchise „im selben Universum“ erlaubt dagegen eine Verlagerung des Fokus: Sie kann eine andere Geschichte erzählen, einen neuen Protagonisten einführen oder sogar eine andere Epoche, Region und mythologische Ebene wählen, ohne die vorherige Handlung direkt an ihrem letzten Punkt fortsetzen zu müssen.

Aus geschäftlicher Sicht ist das eine logische Strategie. „God of War“ ist einer der stärksten Namen von „PlayStation“, weshalb es naheliegt, nach Möglichkeiten zu suchen, die Aufmerksamkeit des Publikums zwischen den großen Veröffentlichungen der Hauptreihe aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung großer AAA-Projekte dauert lange, und „Sony“ legt großen Wert auf ein hohes Qualitätsniveau. Daher können zwischenzeitliche, aber hochwertige Veröffentlichungen ruhigere Phasen überbrücken und gleichzeitig das Universum erweitern.

Auch aus kreativer Sicht ist dieser Ansatz attraktiv. Santa Monica Studio hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es emotionale Geschichten erzählen kann, in denen die Figuren ebenso wichtig sind wie die spektakuläre Inszenierung. Eine eigenständige Franchise würde es ermöglichen, eine andere Erzählperspektive auszuprobieren: vielleicht mit einem weniger „göttlichen“ Maßstab, mehr Intrigen, Reisen und politischen Konflikten zwischen Göttern und Menschen – oder im Gegenteil mit einer noch mythologischeren und symbolischeren Erzählung.

Schließlich gibt es auch einen spielerischen Grund: Der Wechsel von „God of War“ zu einer Kamera hinter der Spielfigur und einem eher „wuchtigen“ Kampfsystem wurde zur Identität der modernen Reihe. Ein neuer Ableger würde es ermöglichen, eine andere Kampfdynamik oder ein neues Fortschrittsmodell zu testen, ohne die Debatte darüber auszulösen, „warum sich die Hauptreihe verändert hat“. Anders gesagt: Ein Ableger bietet mehr Freiheit, während der Kern der Hauptreihe stabil bleibt.

Mögliche Szenarien: vom Spin-off bis zu einer völlig neuen Hauptfigur

Bislang wurde öffentlich nicht bekannt gegeben, worum es in diesem Ableger konkret gehen wird. Daher lohnt es sich, mehrere realistische Szenarien zu betrachten, die darauf basieren, wie große Universen in der modernen Spielebranche üblicherweise erweitert werden. Die erste Möglichkeit ist ein eindeutiges Spin-off: ein Spiel, das im selben mythologischen Umfeld spielt, sich aber auf eine andere Figur und eine andere Reise konzentriert. In diesem Fall könnten die Entwickler die vertraute Atmosphäre bewahren und zugleich einen anderen Charakter, neue Motivationen und einen eigenen Kampfstil bieten.

Die zweite Möglichkeit ist ein „neuer Einstiegspunkt“ für neue Spieler. Manchmal werden Ableger entwickelt, damit jemand ganz von vorn beginnen kann, ohne das gesamte Vorwissen aus früheren Teilen mitbringen zu müssen. Das ist besonders relevant, wenn die Hauptreihe viele emotionale und erzählerische Ebenen besitzt. Eine eigenständige Franchise im „God of War“-Universum könnte eine in sich geschlossene Geschichte erzählen, während Verweise auf die Ära von Kratos eher als Bestandteil der „Weltgeschichte“ dienen würden und nicht als notwendige Hausaufgabe.

Die dritte Möglichkeit ist ein Genrewechsel. Obwohl „Sony Santa Monica“ als Meister narrativer Einzelspieler-Actionspiele bekannt ist, könnte ein neuer Ableger eine andere Struktur erhalten: stärker auf Erkundung, Reisen, kleinere Geschichten oder sogar eine andere Perspektive ausgerichtet. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass daraus ein „Live-Service“-Spiel wird – eine Franchise ist nicht automatisch ein Dienstleistungsmodell. In der Branche werden jedoch häufig unterschiedliche Modelle ausprobiert. Sollte das Studio einen konservativen Weg einschlagen, wäre ein traditionelles Einzelspieler-Abenteuer mit anderen Schwerpunkten die wahrscheinlichste Option.

Die vierte Möglichkeit ist eine mythologische „Nebenwelt“. „God of War“ hat bereits gezeigt, dass es seine Handlung zwischen verschiedenen Mythologien verlagern kann. Eine eigenständige Franchise könnte noch mutiger auf Reisen gehen: nicht nur in ein „neues Gebiet“, sondern auch in ein „neues Regelsystem“, in dem die Hierarchie der Götter, die Magie und die mythologischen Kreaturen anders funktionieren. In diesem Fall könnten die Entwickler die Stärken der Reihe – ihre mythische Atmosphäre und brutale Wucht – bewahren und gleichzeitig die Tür zu anderen Symbolen und Konflikten öffnen.

Was vom Spieldesign und Erzählton zu erwarten ist

Die moderne Ära von „God of War“ stützt sich stark auf die Struktur einer „Reise“: die Beziehungen zwischen den Figuren, die schrittweise Öffnung der Welt, einprägsame optionale Dialoge und eine inszenatorische „One-Shot“-Ästhetik. Selbst wenn das neue Projekt ein Ableger der Franchise wird, dürften einige dieser Prinzipien erhalten bleiben, da sie sich zur Visitenkarte des Studios entwickelt haben. Ein Ableger könnte jedoch einen anderen Ton ermöglichen: mehr düstere Geheimnisse, mehr Humor, mehr politische Intrigen oder sogar ein stärker „bodenständiges“ Drama.

Beim Kampfsystem lautet die größte Frage, ob die aktuelle Mechanik beibehalten oder eine andere Identität geschaffen wird. Sollte eine neue Figur gewählt werden, könnte sie einen anderen Bewegungsrhythmus, eine andere Waffenphilosophie sowie einen stärkeren Fokus auf Magie oder Distanzangriffe besitzen. Das ist sowohl aus SEO-Sicht als auch im Hinblick auf die Erwartungen der Fans wichtig: „God of War“-Fans wünschen sich häufig das Gefühl, dass Treffer Gewicht haben und Gegner taktisches Vorgehen verlangen. Selbst bei einer Veränderung des Systems wird das Studio voraussichtlich versuchen, das Gleichgewicht zwischen „Brutalität“ und „Kontrolle“ zu bewahren, für das die Reihe geschätzt wird.

Aus erzählerischer Sicht könnte der Ableger einen anderen Maßstab wählen. In der Hauptreihe ist häufig eine epische Verantwortung zu spüren – Götter, Prophezeiungen und weltverändernde Umbrüche. Ein Ableger könnte dagegen stärker fokussiert sein: eine Stadt, eine einzelne Konfliktlinie zwischen Clans oder ein Artefakt, das durch mehrere wichtige Orte führt. Solche Geschichten bleiben häufig nicht weniger stark in Erinnerung, da sie eine tiefere Auseinandersetzung mit einer Figur und dem Preis ihrer Entscheidungen ermöglichen.

Technologie, Plattformen und ein realistisches Veröffentlichungsfenster

Offiziell wurden bislang weder Plattformen noch ein Termin angekündigt, weshalb jede konkrete Aussage reine Spekulation wäre. Dennoch lässt sich über eine realistische Logik sprechen. Sollte das Projekt derzeit entwickelt werden, dürfte das moderne „PlayStation“-Ökosystem höchstwahrscheinlich Priorität haben. Angesichts der Trends der vergangenen Jahre bringt „Sony“ außerdem immer mehr seiner großen Spiele auf den PC, üblicherweise jedoch zu einem späteren Zeitpunkt. Ob für diesen Ableger dieselbe Strategie vorgesehen ist, wird sich erst nach offiziellen Ankündigungen zeigen.

Was den Zeitrahmen betrifft, dauert die Entwicklung großer AAA-Spiele lange. Ein Ableger muss jedoch nicht zwangsläufig denselben Umfang wie das wichtigste Flaggschiff besitzen. Handelt es sich um ein stärker fokussiertes Projekt, könnte es früher erscheinen. Ist es dagegen eine völlig neue Reihe mit neuen Systemen, könnte der Entwicklungszyklus länger ausfallen. Dabei muss auch eine Realität der Branche berücksichtigt werden: Eine „Franchise“ wird häufig als mehrstufiger Weg geplant. Die erste Veröffentlichung könnte daher so gestaltet werden, dass sie ein deutliches Potenzial für Fortsetzungen besitzt.

Technologisch hat „Sony Santa Monica“ bereits gezeigt, dass das Studio die Möglichkeiten der aktuellen Konsolengeneration hervorragend ausschöpfen kann: detaillierte Modelle, fließende Übergänge zwischen Szenen, visuelle Stabilität und eine filmische Bildsprache. Sollte der neue Ableger auf ähnlichen technologischen Grundlagen entstehen, ist eine hochwertige Präsentation zu erwarten. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Stil identisch sein wird – der Ableger könnte sich bewusst für eine andere künstlerische Gestaltung entscheiden, um sich von der Hauptreihe abzugrenzen.

Wie sich das auf die Hauptreihe und ihre Fans auswirken könnte

Eine der häufigsten Fragen der Fans lautet, ob ein neues Projekt der Hauptreihe Ressourcen „wegnehmen“ wird. In der Praxis arbeiten große Studios häufig mit mehreren Teams und Entwicklungsphasen, wobei ein Teil der Mitarbeiter je nach Bedarf zwischen Projekten wechselt. Das bedeutet, dass ein Ableger eine zukünftige große Fortsetzung nicht zwangsläufig „berauben“ muss. Er könnte als paralleler Entwicklungsweg dienen, der es ermöglicht, das kreative Tempo aufrechtzuerhalten und Fachkräfte mit unterschiedlichen Kompetenzen zu gewinnen.

Außerdem ist es wichtig, auf die Gesundheit der Marke zu achten. Der Name „God of War“ besitzt einen hohen Wert, doch zu häufige oder qualitativ schwache Veröffentlichungen könnten ihn beschädigen. Die Entscheidung, eine „neue Franchise“ zu entwickeln, kann daher als Versuch betrachtet werden, die Qualitätskontrolle zu bewahren: Anstatt einfach ein weiteres „God of War“ zu veröffentlichen, entsteht ein eigenständiges Produkt mit einer eigenen Identität, das unabhängig bewertet werden kann. Gelingt das, profitieren alle: Das Universum wächst, während die Hauptreihe ohne Zeitdruck weiter reifen kann.

Für Fans eröffnet dies außerdem neue Diskussionen: Welche Geschichten wurden im „God of War“-Universum noch nicht erzählt? Welche Mythen, Kreaturen und Konflikte zwischen Göttern sind noch ungenutzt? Möchten die Spieler bekannte Figuren in einem anderen Genre sehen oder lieber einen völlig neuen Charakter? Solche Fragen sind gerade jetzt besonders wichtig, da die nordische Hauptsaga bereits einen deutlichen emotionalen Höhepunkt erreicht hat und auf natürliche Weise zur Suche nach neuen erzählerischen Wegen anregt.

Worauf man als Nächstes achten sollte, wenn eine neue God-of-War-Franchise entwickelt wird

Vorerst ist es am vernünftigsten, auf offizielle Signale zu warten und zu beobachten, wie „Sony“ über das Projekt kommunizieren wird. Die ersten Hinweise erscheinen üblicherweise in Stellenausschreibungen, Aussagen kreativer Führungskräfte, einer „State of Play“-Ausgabe oder bei größeren Präsentationen. Doch selbst dann könnten die Informationen nur schrittweise veröffentlicht werden: Ein erster Trailer bestätigt möglicherweise lediglich die Existenz des Projekts, ohne seinen Umfang zu enthüllen.

Wenn eine neue God-of-War-Franchise entwickelt wird, die tatsächlich als eigenständige Reihe geplant ist, sollte man auf mehrere Punkte achten, sobald offizielle Details erscheinen: Handelt es sich um einen neuen Titel oder wird der Name „God of War“ mit einem Untertitel verwendet? Wird eine neue Figur vorgestellt? Erinnert die Spielstruktur an ein großes narratives Abenteuer oder eher an ein experimentelles Format? Und wird eine langfristige Vision kommuniziert, beispielsweise mit der Aussage, dies sei „der Beginn einer neuen Reihe“?

Schließlich ist diese Nachricht auch aufgrund des breiteren Kontexts interessant: Das „PlayStation“-Portfolio sucht zunehmend nach einem Gleichgewicht zwischen großen Einzelspieler-Geschichten und Projekten in unterschiedlichen Formaten. Das „God of War“-Universum ist stark genug, um eine Erweiterung zu verkraften – allerdings nur, wenn der für das Studio typische Fokus auf Qualität, Charaktere und Spielgefühl erhalten bleibt. Sollte dies gelingen, könnte der neue Ableger nicht nur zu einer „seitlichen Ergänzung“, sondern zu einem bedeutenden, langlebigen Spielezyklus neben der Hauptreihe werden.

Quellen