Sony startet den ersten „Horizon Hunters Gathering“-Playtest, doch der gewählte Termin wirft Fragen auf – Illustration
Sony startet den ersten „Horizon Hunters Gathering“-Playtest, doch der gewählte Termin wirft Fragen auf – Illustration
Quelle: pcgamer.com

Die Anmeldung zum „Horizon Hunters Gathering“-Playtest ist das deutlichste Zeichen dafür, dass Sony sich darauf vorbereitet, ein neues Projekt aus dem „Horizon“-Universum erstmals in größerem Umfang mit echten Spielern zu testen. In der Gaming-Community sorgte jedoch nicht nur der Test selbst für Aufmerksamkeit, sondern auch sein Termin: Er ist für dasselbe Wochenende angesetzt, an dem ein weiteres großes Testevent stattfindet – der Server-Stresstest von „Marathon“.

Obwohl es sich um unterschiedliche Arten von Spielen mit verschiedenen Zielgruppen handelt, bedeuten solche Überschneidungen in der Praxis häufig etwas ganz Einfaches: Die Zeit der Spieler ist begrenzt. Wenn mehrere Publisher gleichzeitig zur Teilnahme an zeitlich begrenzten Tests einladen, entscheiden sich einige Spieler für einen davon, während andere schlicht keine Gelegenheit haben, beide auszuprobieren. Die Situation ist auch deshalb interessant, weil die Marke „Horizon“ in Sonys Portfolio eine besonders wichtige Rolle spielt und die Planung des ersten Spieltests daher normalerweise bis ins kleinste Detail durchdacht wird.

Anmeldung zum Horizon Hunters Gathering Playtest: Start und wichtigste Details

Die Öffnung der Playtest-Anmeldung bedeutet meistens zwei Dinge: Erstens befindet sich das Projekt bereits in einer Phase, in der die Entwickler Rückmeldungen echter Nutzer und nicht nur interner Studiotester benötigen. Zweitens braucht das Team Daten zur technischen Seite – etwa zu Stabilität, Netzwerkbetrieb, Anmeldeaufkommen, Spielersuche, Balance und weiteren Aspekten, die sich unter Laborbedingungen nicht vollständig nachbilden lassen.

Der Fall von „Horizon Hunters Gathering“ ist besonders interessant, weil das „Horizon“-Universum für viele bislang vor allem mit einer Einzelspielerhandlung, einer offenen Welt, der Jagd auf „Maschinen“ und sorgfältig inszenierten Storymomenten verbunden ist. Sobald zu einem Playtest eingeladen wird, stellt sich daher ganz natürlich die Frage: Was genau wird getestet? Handelt es sich um eine neue Art von Koop-Erlebnis, um ein stärker auf Online-Gameplay ausgerichtetes Projekt oder um einen Hybrid, der versucht, die Jagdidentität von „Horizon“ in kürzere Spielsitzungen zu übertragen?

Allein die Tatsache, dass eine Anmeldung möglich ist, verrät noch nicht sämtliche Details. Der Begriff „Playtest“ weist jedoch häufig auf eine frühere und experimentellere Phase als eine „Beta“ hin. Bei solchen Tests ist mit strengeren Einschränkungen zu rechnen: begrenzten Zeitfenstern, NDA- beziehungsweise Vertraulichkeitsbedingungen, eingeschränkten Inhalten sowie einer höheren Wahrscheinlichkeit, auf Fehler oder vorläufige Lösungen zu stoßen.

Warum die Anmeldung zum Horizon Hunters Gathering Playtest mit dem „Marathon“-Servertest zusammenfällt

Die Überschneidung mit dem Server-Stresstest von „Marathon“ an diesem Wochenende, dem sogenannten Server Slam, mag auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit wirken: Schließlich handelt es sich um unterschiedliche Spiele und die Spieler können selbst entscheiden. Aus Sicht des Marketings und Community-Managements ist sie jedoch bedeutsam, da solche Veranstaltungen um dieselben Ressourcen konkurrieren – um Zeit, Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken, Präsenz auf Streaming-Plattformen und sogar um die Pläne ganzer Freundesgruppen.

Es gibt mehrere realistische Gründe, warum es dazu kommt. Der erste sind technische Zeitpläne und interne Fristen: Bei der Planung eines Tests wird häufig ein Zeitpunkt anvisiert, zu dem der Funktionsumfang einen bestimmten Entwicklungsstand erreicht hat und das Team möglichst schnell Daten sammeln möchte. Der zweite Grund ist, dass Publisher nicht immer den vollständigen Überblick über den Markt haben oder nicht damit rechnen, dass sich die Zielgruppen stark überschneiden. Drittens werden Tests manchmal bewusst inmitten des allgemeinen „Lärms“ veranstaltet, um zu prüfen, ob ein Projekt auch in einem wettbewerbsintensiven Umfeld Aufmerksamkeit gewinnen kann.

Aus Sicht der Spieler sind jedoch nicht die strategischen Überlegungen entscheidend, sondern das praktische Ergebnis: Wenn beide Tests nur für begrenzte Zeit verfügbar sind und der Zugang möglicherweise ausschließlich über Einladungen gewährt wird, werden einige Spieler kein Risiko eingehen wollen und sich für den Test entscheiden, der wie die seltenere Gelegenheit wirkt oder besser zu den Plänen ihres Freundeskreises passt.

Was eine solche Häufung von Tests für Spieler bedeutet

Wenn ihr beide Projekte ausprobieren möchtet, solltet ihr eure Prioritäten im Voraus festlegen. Server-Stresstests haben häufig sehr konkrete Anforderungen: Meldet euch zu bestimmten Uhrzeiten an, bleibt aktiv und helft dabei, die Infrastruktur zu überprüfen. Playtests verfolgen hingegen nicht selten andere Ziele – etwa die Spielschleife zu messen, zu beurteilen, ob die Mechaniken motivieren, ob der Fortschritt verständlich ist, ob die Benutzeroberfläche nachvollziehbar bleibt und ob die Koop-Synergien funktionieren.

Ein weiterer Aspekt ist die Dynamik innerhalb der Community. Wenn mehrere Tests gleichzeitig stattfinden, werden die Spieler häufiger auf getrennte „Inseln“ verteilt, wodurch es für Freundesgruppen schwieriger werden kann, sich abzustimmen. Das ist besonders relevant, wenn „Horizon Hunters Gathering“ auf Teamaufgaben oder koordinierte Jagden ausgerichtet sein sollte: Koop-Erlebnisse entfalten ihr volles Potenzial meistens dann, wenn man mit vertrauten Personen spielt.

Andererseits kann die Überschneidung auch eine positive Seite haben: Ein Spieler, der den Test eines neuen Projekts normalerweise vielleicht ausgelassen hätte, könnte durch die hohe Aktivität am Wochenende – Nachrichten, Streams und Diskussionen – spontan zur Teilnahme motiviert werden. Kurze, intensive Tests erzeugen manchmal das Gefühl eines besonderen „Events“, was dabei helfen kann, einen ersten Eindruck zu vermitteln.

Wie sich ein Playtest von einer Beta und dem Early Access unterscheidet

Die Begriffe der Spielebranche werden manchmal verwechselt, weshalb eine klare Abgrenzung sinnvoll ist. Ein „Playtest“ findet üblicherweise in einer früheren Phase als eine „Beta“ statt: Dabei geht es stärker darum, die grundsätzliche Richtung und die Funktionsweise der wichtigsten Systeme zu überprüfen. Eine „Beta“ ist häufig auf einen größeren Umfang und den Feinschliff ausgerichtet, wenn die zentralen Funktionen bereits feststehen. „Early Access“, also der frühe Zugang, ist hingegen bereits ein kommerzielles Modell, bei dem das Produkt noch vor seiner vollständigen Veröffentlichung verkauft oder auf andere Weise monetarisiert wird.

Wenn die Anmeldung zum „Horizon Hunters Gathering“-Playtest bereits in einer frühen Phase geöffnet wurde, solltet ihr euch darauf einstellen, dass das Spielerlebnis noch etwas unausgereift wirken könnte: Einige Elemente sind möglicherweise vorübergehend vereinfacht, der Umfang der Inhalte ist geringer, die Balance noch nicht endgültig und technische Probleme treten mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. Der wichtigste Nutzen eines solchen Tests besteht für Spieler häufig darin, einen Eindruck von der Ausrichtung zu bekommen und durch Feedback an der Entwicklung mitzuwirken – nicht darin, ein vollständig ausgearbeitetes Unterhaltungserlebnis zu erhalten.

Was vom Test eines Projekts aus dem „Horizon“-Universum zu erwarten ist

Auch wenn die konkreten Details variieren können, weckt der Name „Horizon“ bereits bestimmte Erwartungen: dynamische Kämpfe, einfallsreiche Gegner – insbesondere die „Maschinen“ –, ein klar wiedererkennbarer visueller Stil und eine Jagdstrategie, bei der nicht nur das Schießen zählt, sondern auch die Vorbereitung – Schwachstellen, Elemente, Fallen und Kontrolle.

Wenn „Hunters Gathering“ tatsächlich auf eine „Versammlung von Jägern“ ausgerichtet ist, wären Teamaufgaben zu erwarten, bei denen sich unterschiedliche Rollen – beispielsweise Kontrolle, Schaden, Unterstützung und Mobilität – gegenseitig ergänzen. Ein solches Design eignet sich gut für einen Playtest, weil die Entwickler viele reale Situationen beobachten müssen: wie sich Spieler bewegen, wie sie kommunizieren, ob das Werkzeugarsenal intuitiv verständlich ist und ob die Missionen klar aufgebaut sind.

Außerdem ist es wahrscheinlich, dass der Test zeitlich und inhaltlich begrenzt sein wird: einige Modi, einige Karten oder ein einzelnes Gebiet, mehrere „Jagdziele“ und ein kurzer Fortschrittsabschnitt. Das ist normal, denn das Ziel eines Tests besteht nicht darin, „alles zu zeigen“, sondern qualitativ hochwertiges Feedback zu erhalten.

Vorbereitung auf den Playtest: praktische Tipps

Auch wenn der Anmeldevorgang unkompliziert erscheint, lohnt es sich, vor dem Test einige Vorbereitungen zu treffen, damit ihr die verfügbare Zeit optimal nutzen könnt. Überprüft zunächst die Plattformanforderungen und eure Konten: Bei manchen Tests müsst ihr euer PlayStation-Network-Konto und eure E-Mail-Adresse verknüpfen sowie euer Alter oder eure Region bestätigen. Richtet außerdem eure Audio- und Sprachkommunikation ein, wenn ihr mit Freunden spielen möchtet: Bei Koop-Tests macht die Kommunikation die Hälfte des Erlebnisses aus.

Stellt euch drittens darauf ein, dass es beim Anmelden zu Warteschlangen, instabilen Servern oder sogar plötzlichen Verbindungsabbrüchen kommen kann. Das ist kein „Misserfolg“, sondern häufig der eigentliche Sinn des Tests: Die Entwickler möchten sehen, wie sich das System zu Spitzenzeiten verhält. Bereitet euch viertens darauf vor, Feedback abzugeben, sofern diese Möglichkeit besteht: Notiert euch, was unklar war, an welchen Stellen die Steuerung Probleme bereitete und welche Fehler auftraten. Je konkreter eure Anmerkungen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nützlich sein werden.

Wenn ihr schließlich auch am Server Slam von „Marathon“ teilnehmen möchtet, solltet ihr eure Zeit entsprechend planen. Manchmal ist es am sinnvollsten, einen Test „ernsthaft“ zu spielen und den anderen nur kurz auszuprobieren, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. So verringert ihr das Risiko, am Wochenende „auszubrennen“, und könnt den Ablauf mehr genießen.

Was ein derart früher Test für Sonys Strategie bedeuten könnte

Sony sucht seit einigen Jahren nach einem Gleichgewicht zwischen starken Einzelspieler-Erlebnissen und Live-Projekten, die Spieler länger binden sollen. „Horizon“ ist eine der Reihen, die sowohl eine unverwechselbare Welt als auch ein breites Publikum besitzt. Daher ist es nur natürlich, dass Sony versucht, ihr Format zu erweitern. Die Öffnung der Playtest-Anmeldung zeigt, dass bereits früh geprüft werden soll, ob das gewählte Modell bei den Spielern Anklang findet.

Die zeitliche Überschneidung mit einem anderen großen Test mag seltsam wirken, doch manchmal sind die Gründe für solche Entscheidungen ganz einfach: Das Testfenster fällt mit der Bereitschaft des Teams zusammen und eine Verschiebung wäre kostspielig. Außerdem ist der Spielemarkt mittlerweile so dicht, dass ein vollkommen „freies“ Wochenende ohne konkurrierende Aufmerksamkeit praktisch nicht mehr existiert.

Für die Spieler ist vor allem wichtig, dass solche Tests klar kommuniziert werden: Wann genau finden sie statt, wie lange dauern sie, werden die Inhalte eingeschränkt und dürfen Eindrücke öffentlich geteilt werden? Je größer die Transparenz ist, desto geringer fällt die Enttäuschung aus – selbst wenn der Test selbst noch etwas unausgereift ist.

Lohnt sich die Anmeldung auch für Spieler, die keine Fans der „Horizon“-Reihe sind?

Playtests sind häufig eine gute Möglichkeit, eine Idee „kostenlos“ zu beurteilen, noch bevor offizielle Präsentationen oder Rezensionen erscheinen. Wenn euch kooperative Spiele oder Online-Titel gefallen und ihr die Welt von „Horizon“ interessant findet, kann sich die Anmeldung allein aus Neugier lohnen. Wenn euch hingegen vor allem die Handlung und die langsame Erkundung der Welt wichtig sind, solltet ihr euch darauf einstellen, dass sich der Playtest möglicherweise stärker auf systemisches Gameplay als auf die Geschichte konzentriert.

Ein weiteres Kriterium ist eure Toleranz gegenüber technischen Problemen. Wenn ihr nur selten an Tests teilnehmt und euch Warteschlangen oder Fehler schnell aus dem Spielfluss bringen, ist es möglicherweise besser, auf eine ausgereiftere Phase zu warten. Wenn ihr jedoch gern einen Blick „hinter die Kulissen“ werft, bietet der Test eine Gelegenheit, besser zu verstehen, wie ein Spiel entsteht, und sogar zu seiner Verbesserung beizutragen.

Wie es nach dem ersten Test weitergeht

Das häufigste Szenario nach einem ersten Playtest sieht folgendermaßen aus: Die Entwickler werten die Daten und Rückmeldungen aus, beheben kritische Probleme, passen die Balance an und organisieren später einen weiteren Test – entweder in größerem Umfang oder mit klarer definierten Funktionen. Manchmal folgt auf den ersten Durchlauf ein geschlossener Test mit einer kleineren, aber aktiveren Gruppe. In anderen Fällen wird der spätere Test hingegen erweitert, um die Infrastruktur in größerem Maßstab zu überprüfen.

Wenn „Horizon Hunters Gathering“ auf Langlebigkeit ausgelegt ist, benötigen die Entwickler einen klaren „Aufhänger“: Was motiviert Spieler dazu, nach 10, 20 oder 50 Stunden zurückzukehren? Solche Fragen lassen sich häufig nicht allein durch PR-Mitteilungen beantworten – erst Tests und die tatsächlichen Gewohnheiten der Spieler machen sie deutlich. Der Start der Anmeldung ist daher nicht nur als „Gelegenheit zum Spielen“ bedeutsam, sondern auch als Überprüfung der Ausrichtung des Projekts.

Quellen