„Sega“ und „Creative Assembly“ haben damit begonnen, den Verkauf von „Total War: Shogun 2 – Complete Edition“ vorübergehend einzustellen – nur wenige Tage nach der Veröffentlichung am 13. Oktober. Die Unternehmen räumten ein, dass der aktuelle Zustand des Spiels weder den Erwartungen der Spielerschaft noch ihren eigenen Qualitätsstandards entspricht.
Die Entscheidung wurde nach zahlreichen negativen Nutzerbewertungen und Kommentaren bekannt gegeben. Einige Fans bringen die Probleme mit einem möglichen Einsatz künstlicher Intelligenz in Verbindung. In der offiziellen Stellungnahme wird diese Technologie jedoch nicht erwähnt, und die konkreten Gründe für den Verkaufsstopp werden nicht näher erläutert.
Was sich für Käufer und bisherige Besitzer ändert
„Sega“ und „Creative Assembly“ erklärten, mit den Plattformbetreibern zusammenzuarbeiten, um die „Complete Edition“ vorübergehend aus dem Verkauf zu nehmen. Gleichzeitig soll das ursprüngliche „Total War: Shogun 2“ wieder angeboten werden. Wann diese Änderungen in allen betroffenen Stores umgesetzt werden, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.
Wer die „Complete Edition“ bereits gekauft hat, wird den Zugriff darauf nicht verlieren. Die Unternehmen bestätigten ausdrücklich, dass bisherige Besitzer ihre Version auch weiterhin starten und spielen können. Die vorübergehende Maßnahme betrifft somit den Verkauf neuer Exemplare und nicht die Entfernung bereits gekaufter Spiele aus den Bibliotheken ihrer Besitzer.
Im „Steam“-Store kann die Edition derzeit nicht mehr gekauft werden. Auf ihrer Produktseite wird darauf hingewiesen, dass das Spiel in diesem Store nicht mehr verfügbar ist. Zur Situation auf anderen Plattformen und zum genauen Zeitpunkt der Rückkehr des ursprünglichen Spiels äußerten sich die Unternehmen nicht näher.
Unternehmen räumen unzureichende Qualität der Edition ein
In der veröffentlichten Stellungnahme erklären „Sega“ und „Creative Assembly“, dass sie das Feedback, die Kommentare und die Rezensionen der Spieler geprüft hätten. Ihrer Einschätzung nach bietet die „Complete Edition“ in ihrem derzeitigen Zustand nicht das Spielerlebnis, das sie bieten sollte. Damit räumen die Unternehmen direkt ein, dass die Edition ihren Anforderungen nicht gerecht wurde, auch wenn die einzelnen Probleme nicht öffentlich aufgelistet wurden.
Die weiteren Arbeiten erfolgen gemeinsam mit dem Entwicklungspartner. Die Unternehmen wollen die Ursachen der Probleme ermitteln und Verbesserungen erarbeiten, mit denen die „Complete Edition“ das von „Total War“-Spielen erwartete Qualitätsniveau erreichen soll. Der Entwicklungspartner selbst wird in der Stellungnahme nicht genannt.
Bislang wurden weder eine Liste der geplanten Änderungen noch ein Zeitplan für deren Veröffentlichung vorgelegt. Ebenso wurde nicht bekannt gegeben, wann die „Complete Edition“ wieder in den Verkauf gehen könnte. Offiziell bestätigt ist lediglich, dass die Entfernung vorübergehend sein soll und die Probleme der Edition untersucht werden.
„Steam“-Rezensionen sind fast ausschließlich negativ
Die Veröffentlichung der Edition wurde von äußerst schlechten Nutzerbewertungen auf „Steam“ begleitet. Innerhalb weniger Tage fiel die Gesamtwertung von „Total War: Shogun 2 – Complete Edition“ in die Kategorie „Äußerst negativ“, was bedeutet, dass die Rezensionen besonders negativ ausfallen.
Von den mehr als 4.000 zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Rezensionen waren lediglich 15 Prozent positiv. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der negativen Bewertungen. Die Unternehmen selbst brachten den Verkaufsstopp jedoch weder mit einer einzelnen konkreten Beschwerde noch ausschließlich mit dem Verhältnis der „Steam“-Bewertungen in Verbindung. In der Stellungnahme heißt es lediglich, dass die Kommentare, Rückmeldungen und Rezensionen der Spieler geprüft worden seien.
Verdacht auf Einsatz künstlicher Intelligenz offiziell nicht bestätigt
Einige Fans vermuten, dass die Probleme der „Complete Edition“ mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz zusammenhängen könnten. Zu den von ihnen angeführten Indizien zählen eine fragwürdig wirkende Hochskalierung der Bildauflösung und weitere Elemente, die sie als mögliche Spuren einer solchen Technologie betrachten.
Allerdings handelt es sich dabei weiterhin lediglich um eine von Spielern aufgestellte Theorie. In der Stellungnahme von „Sega“ und „Creative Assembly“ wird künstliche Intelligenz überhaupt nicht erwähnt. Die Unternehmen erklärten auch nicht, ob die von Fans diskutierten Bildelemente zu den Problemen gehören, die derzeit untersucht werden.
Aus diesem Grund kann der Verdacht auf den Einsatz künstlicher Intelligenz weder als bestätigte Tatsache noch als festgestellter Grund für den Verkaufsstopp gelten. Bestätigt ist lediglich das übergeordnete Problem: Die „Complete Edition“ entsprach nicht dem erwarteten Qualitätsniveau. Daher wird ihr Verkauf vorübergehend eingestellt, während die Unternehmen und ihr Entwicklungspartner die Ursachen der Mängel untersuchen und Verbesserungen erarbeiten.
